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Symptome, die auf zusätzliche Immunerkrankungen hinweisen können

 

In Verbindung mit der Hashimoto Thyreoiditis können bei etwa 25 % der Erkrankten andere zusätzliche Autoimmunerkrankungen auftreten oder bereits bestehen. Bei neu aufgetretenen oder nicht zu zuordnenden Symptomen sollte im Zweifelsfall immer ein Arzt aufgesucht werden.

 

Nachfolgend sind einige Symptome aufgeführt, die auf weitere Autoimmunkrankheiten hinweisen können.

  • blutiger Durchfall ⇒ Colitis ulcerosa, Morbus Crohn

  • Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, übel riechender und grau gefärbter Stuhlgang ⇒ Zoeliakie

  • Häufiges Stolpern, Blutarmut, Schwäche, Zungenbrennen ⇒ Perniziöse Anämie

  • Gewichtsabnahme, Durst ⇒ Diabetes (Zuckerkrankheit)

  • fleckige Entfärbung der Haut ⇒ Vitiligo (Weißfleckenerkrankung)

  • Schmetterlingsförmiger roter Ausschlag im Gesicht, Fieber, Gelenkschmerzen ⇒ Lupus Erythematodes

  • Gelenkschmerzen mit oder ohne Rheumafaktoren ⇒ Rheumatische Erkrankung

  • Muskelschwäche die auch nach Einstellung der Schilddrüsenwerte bestehen bleibt ⇒ Myasthenia gravis

  • Dunkelfärbung der Haut, Schwäche ⇒ Morbus Addison (Autoimmunerkrankung der Nebenniere)

  • juckende Hautquaddeln ⇒ Urtikaria

  • kreisrunder Haarausfall ⇒ Alopecia areata

  • Fieber, Husten, Lymphknotenschwellung ⇒ Sarkoidose

  • Pilzbefall von Haut und Schleimhäuten ⇒ mucocutane Candidiasis

  • blasenbildende Hauterkrankung ⇒ Pemphigoid

Die Auflistung der Erkrankungen ist weder in Bezug auf die Symptome noch auf die mögliche Immunkrankheiten vollständig, sondern zeigt nur einen Ausschnitt.

 

Colitis ulcerosa und Zoeliakie

 

Menschen mit einer Hashimoto Thyreoiditis erkranken häufiger als gesunde Menschen an entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Zoeliakie. Bei chronischen Durchfällen ist deshalb eine Darmspiegelung mit Entnahme von Gewebeproben notwendig. Untersuchungen auf spezifische Antikörper werden empfohlen. Hinweise für eine Colitis ulcerosa können erhöhte Entzündungswerte im Blut sein.

Die Zoeliakie (Sprue) kann durch Blähungen und Durchfall auffallen. Der Nachweis kann durch die Bestimmung von Antikörpern im Blut und eine Dünndarmbiopsie erfolgen (Gewebeentnahme durch Darmspiegelung). Mit einer glutenfreien Kost ist sie meist gut behandelbar.


Perniziöse Anämie

 

Neben einer Blutarmut kann es zu Magenbeschwerden und Zungenbrennen kommen. Auch Schwäche, Müdigkeit, Durchfall und Atemnot sowie neurologische Störungen können auftreten. Zur Diagnose ist die Bestimmung von Antikörpern gegen Parietalzellen und Intrinsicantikörper im Blut richtungsweisend.


Diabetes

 

Relativ häufig kommt es beim jugendlichen Diabetes (Typ-1-Diabetes) zu einer autoimmunen Schilddrüsenerkrankung. Dabei besteht zumeist erst der Diabetes und nach einem Intervall von mehreren Jahren tritt die Schilddrüsenerkrankung hinzu. Besonders Frauen die im Kindesalter an Diabetes erkrankten sind betroffen.
Bei vorher bestehender Autoimmunkrankheit der Schilddrüse tritt dagegen seltener ein späterer Diabetes auf.

 

Da etwa 10 bis 15 % aller Typ-1-Diabetiker im Laufe ihres Lebens eine behandlungsbedürftige Autoimmunthyreoiditis entwickeln, erscheint eine Routineuntersuchung aller Typ-1-Diabetiker auf Schilddrüsenantikörper ratsam.

 

Für den Diabetes Typ 1 sind spezielle Antikörper bekannt (GAD).

 

Zusätzliche Störungen des Zuckerstoffwechsels werden von einigen Hashimoto-Erkrankten berichtet, ohne dass ein Diabetes vorliegt. Häufig kommt es dabei nach reichhaltigen Mahlzeiten zu Unterzuckerungen, infolge einer übermäßigen Insulinausschüttung. Traubenzucker oder Fruchtsäfte können den zu niedrigen Blutzuckerspiegel schnell wieder in den Normalbereich anheben. Bei gehäufter Unterzuckerung sollte der Blutzuckerspiegel und das HBA1c im Blut überprüft werden.

 

Eine Insulinresistenz tritt gelegentlich bei Hashimotoerkrankten auf. Hierbei ist zwar die Menge an körpereigenem Insulin normal, nur die Zellen können auf das Insulin nicht mehr entsprechend reagieren. Der Körper versucht dies durch eine erhöhte Insulinproduktion auszugleichen. Gleichzeitig besteht häufig Übergewicht und ein zu hoher Cholesterinspiegel. Eine Insulinresistenz kann in einen Diabetes Typ 2 übergehen und sollte durch einen erfahrenen Arzt behandelt werden. Ziel muss eine Gewichtsabnahme sein, die bei Menschen mit Schilddrüsenkrankheiten durch einen angepassten Schilddrüsenhormonersatz unterstützt werden muss. Die Insulinresistenz ist keine eigene Autoimmunerkrankung. Sie ist rückbildungsfähig. Zur Sicherung der Diagnose sollte ein Blutzuckerbelastungstest und eine Insulinbestimmung erfolgen.


Vitiligo

 

Die Weißfleckenkrankheit, die Vitiligo, tritt oft in Kombination mit der Hashimoto Thyreoiditis auf. Sie sollte durch einen Hautarzt mitbehandelt werden. Gelegentlich wurde über Besserungen nach Normalisierung der Schilddrüsenhormone berichtet. Die Vitiligo führt zu einer Zerstörung der Pigmente in der Haut. Die Haut färbt sich weiß und ist bei Sonneneinstrahlung nicht mehr geschützt. Informationen über Krankheit und Behandlung erhalten Sie unter nachfolgendem Link.


Rheumatische Erkrankungen

 

Rheumatische Erkrankungen wie die primär chronische Polyarthritis und Spondylarthropathien können kombiniert mit der Hashimoto Thyreoiditis auftreten. Auch eine Kombination mit Lupus erythematodes, dem Sjoegren Syndrom oder anderen Kollagenosen ist möglich.


Morbus Addison

 

Die autoimmune Erkrankung der Nebenniere (Morbus Addison) mit einer verminderten Bildung von körpereigenem Cortisol tritt gelegentlich zusammen mit einer Hashimoto Thyreoiditis. Darauf können allgemeine Schwäche, Salzhunger, niedriger Blutdruck, Braunfärbung der Haut und Bauchschmerzen hinweisen. Vor Beginn einer Behandlung mit Schilddrüsenhormonen muss dann der Cortisolspiegel im Blut normalisiert werden (Cortisontabletten).


Sarkoidose

 

Die Sarkoidose ist eine Systemerkrankung bei der es zu einer Lymphknotenschwellung mit Husten, Fieber und Atemnot kommen kann. Ebenso können Gelenkentzündungen und bläulich-rötliche Flecken an den Beinen (Erythema nodosum) auftreten. Spontane Heilungen sind häufig. Überwiegend sind Frauen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr betroffen.

 

Polyendokrinopathie

 

Das gleichzeitige Auftreten von mehreren Autoimmunerkrankungen wird als Polyendokrinopathie oder als polyglanduläres Autoimmunsyndrom bezeichnet. Hierbei können bestimmte Autoimmunkrankheiten neben der autoimmunen Schilddrüsenkrankheit gefunden werden. Bei Betroffenen von Polyendokrinopathien sollten erstgradige Verwandte auf Erkrankungszeichen bzw. Antikörper untersucht werden. Für die Erkrankten ist es ratsam, einen Notfallausweis mit sich zu führen.

 

Bei einem polyglandulären Autoimmunsyndrom müssen mindestens zwei Autoimmunkrankheiten bestehen.

 

Es werden zwei Polyendokrinopathien (PAS) im Zusammenhang mit der Hashimoto-Thyreoiditis beschrieben.

  • PAS I : Pilzerkrankung von Haut und Schleimhäuten, Unterfunktion der Nebenschilddrüsen und Autoimmunerkrankung der Nebennierenrinde, selten Autoimmunkrankheit der Schilddrüse

  • PAS II : Autoimmunerkrankung der Nebennierenrinde, Autoimmunkrankheit der Schilddrüse ( Hashimoto oder Basedow ) und /oder Diabetes und /oder andere Autoimmunkrankheiten.

 

Das PAS II betrifft überwiegend Frauen und tritt häufiger auf als das PAS I. Das PAS I betrifft eher Kinder und Jugendliche. Das PAS II findet sich häufiger bei Erwachsenen.

 

Ursächlich handelt es sich um einen Defekt an einem Gen, das für die Regulierung von Immunvorgängen zuständig ist.


Rosazea

 

Gelegentlich findet sich eine chronische Hautentzündung, die mit Antibiotikacreme oder -Tabletten behandelt werden kann.

Die Krankheit zeigt sich durch rötliche Papeln überwiegend im Gesicht. Bei Genuss von Alkohol, stark gewürzten Speisen, emotionaler Erregung und beim Betreten warmer Räume kann es zu einer starken Rötung des Gesichtes kommen. Die Diagnose und Behandlung erfolgt durch den Hautarzt.

 

Urtikaria

 

Auch eine Nesselsucht kann bei Krankheitsbeginn häufiger aufgetreten. Ein Ersatz fehlender Schilddrüsenhormone kann bei Erkrankten mit chronischer Urtikaria und Hashimoto Thyreoiditis zu einer Besserung oder einem Verschwinden der Hautprobleme führen. Auch bei normalen Schilddrüsenhormonen im Blut kann die Einnahme von Schilddrüsenhormonen die Urtikaria zum Verschwinden bringen. Eine künstliche Schilddrüsenüberfunktion sollte jedoch vermieden werden.

 


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